Talk Dinkel To Me !

Mein allererster Blogpost der Kategorie Soul Love ist also ein Foodpost. Yay, warum auch nicht, das Thema Ernährung wird ja momentan ganz groß geschrieben. Sicher irgendwas Supergesundes, vielleicht sogar veganes? Nope. Dann vielleicht was zum Thema Detox? Auch nicht. Laktose- oder glutenfrei? Ganz kalt. Auch wenn das alles zumindest in einem gewissen Rahmen gut und sinnvoll ist – man achtet immerhin auf sich, Schönheit kommt ja bekanntlich von innen, und nicht zuletzt: man ist, was man isst – ich zeig euch heute ein Pizzarezept. Aber zumindest eine gesündere Variante des italienischen Klassikers, denn seit einiger Zeit verwende ich Dinkelmehl für den Teig.

Meine liebe Freundin Anja (auf deren Blog foodfreshion.com ihr eine tolle Auswahl leckerer und gesunder Rezepte findet) hat mir nämlich einen Floh ins Ohr gesetzt. Bei einem unserer Kaffeedates erzählte sie mir von dem Bestseller eines gewissen Dr. William Davis. Dessen Werk trägt den catchy Titel „Weizenwampe„, und laut diesem Buch ist Weizen so ungefähr das Gefährlichste, was man sich vorstellen kann (vielleicht vergleichbar mit Atommüll, oder wild gewordenen Flußpferden #insertsarcasmhere), verantwortlich für schlechte Haut, Diabetes, Herzkrankheiten und und und. Ach ja, fett macht er uns auch noch, dieser dreiste Bursche. Obwohl ich beschlossen hatte, die Schimpftirade auf den unverschämten Weizen an mir abprallen zu lassen und mich nicht verrückt zu machen, es ist mir nicht gelungen. Noch am selben Abend wurde mit dem Mister, der bei uns in der Küche die Hosen an- und den Kochlöffel in der Hand hat, beratschlagt, wie wir das böse Korn so gut wie möglich aus unserem Heim verbannen können, bevor es uns langsam aber sicher ins Grab bringen wird (als Hypochonder und Dramaqueen kann ich mich schon sehr reinsteigern in solche Dinge). Aber was soll nun die Alternative sein? Dinkel ist das vermeintliche Zauberwort, eine mit dem Weizen verwandte Getreideart, die angeblich schon von den alten Ägyptern angebaut wurde. Im Vergleich zu Weizen erfordert die Verarbeitung von Dinkel einen zusätzlichen Arbeitsschritt, muss doch erst das Korn von der Spelz, einer umgebenden Schutzhülle, welche vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt, getrennt werden. Außerdem lässt sich Dinkel nicht von chemischen Düngern zu besserer Performance hinreißen, weshalb er das ideale Getreide für biologische Landwirtschaft darstellt. Zusätzlich ist er robust und was Grund und Boden des Anbaus betrifft nicht wählerisch. Mehr Vitamine und Eiweiß hat er auch noch. Hört sich doch nach einer perfekten Alternative an! Aber was kann man aus dem Musterknaben nun Essbares zaubern? So gut wie alles. Müsli, Brot, Pasta – you name it. Aber klappt das auch mit unserer heiß geliebten homemade Pizza?! Die Lösung lautet doppelt geschrotetes Dinkelmehl, seines Zeichens genauso fein und weiß wie sein böser Zwilling Weizenmehl, aber eben nicht genetisch verändert und deshalb für gut befunden. Gekauft haben wir unseres bei Denn’s, und dann musste es natürlich auch gleich ausprobiert werden. Also: let’s get down and dirty, jetzt wird geknetet und gebacken! Für den Teig (zwei Pizzaböden in Backblechgröße) braucht ihr:

  • 500g doppelgeschrotetes Dinkelmehl
  • 325ml lauwarmes Wasser
  • 1TL brauner Zucker
  • Salz
  • 1EL Olivenöl
  • 1 Päckchen Trockenhefe

Das Mehl sieben, ins lauwarme Wasser Zucker (aktiviert die Hefe) und Trockenhefe geben und 5 Minuten ziehen lassen, danach Olivenöl hinzugeben. Das Mehl mit einer Prise Salz vermengen, das Wasser-Öl-Gemisch hinzugeben und liebevoll gut kneten, solange bis ihr das Gefühl habt, der Teig fühlt sich leicht seidig an und nichts mehr an den Händen kleben bleibt (sollte der Teig zu feucht sein, einfach noch ein bisschen Mehl dazugeben). Anschließend den Teig zugedeckt an einem warmen Ort aufgehen lassen, bis er die doppelte Größe erreicht hat. Nochmals kneten, halbieren und den Teig gaaanz ganz dünn ausrollen!

Für die Sauce braucht ihr:

  • 2 Dosen geschälte Tomaten oder 1 Liter Tomatenpolpa
  • Tomatenmark aus der Tube
  • 1TL brauner Zucker
  • Balsamicoessig
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Basilikumstängel
  • wenn ihr es würzig mögt: eine Messerspitze „La Chinata“, das ist ein scharfes geräuchertes!!! Paprikapulver
  • Olivenöl
  • 1TL Oregano

Zwiebel kleinschneiden und in reichlich Olivenöl anschwitzen, dann den braunen Zucker hinzugeben und leicht karamellisieren lassen. 1EL Tomatenmark dazugeben und kurz mitbraten, mit einem Schuss Balsamico ablöschen bis die Flüssigkeit eine leicht cremige Konsistenz hat. Die Dosentomaten (ich schneide immer das Grüne weg) oder Tomatenpolpa hinzugeben, eine Knoblauchzehe grob zerschneiden oder zerdrücken und mit den restlichen Zutaten köcheln lassen, bis die Sauce dick genug ist. Danach alles pürieren (ich mach das mit dem Stabmixer), wer’s gern besonders fein hat kann danach nochmal alles durch ein Sieb leeren. Die Sauce auf dem Teig verteilen (ca. 2cm Rand rundherum freilassen) und nach Wunsch belegen. Wir machen – kreativ wie wir sind – fast immer die gleiche Pizza und zerreißen einfach frischen Büffelmozzarella.

Den Ofen bei maximaler Hitze auf Heißluft vorheizen (essentiell, der muss richtig heiß sein!!) und die Pizza solange backen, bis der Rand Farbe bekommen hat und der Käse Blasen wirft, das wird in etwa zehn Minuten dauern, hängt sicher auch von eurem Ofen ab.AF4B3053 Danach kommen bei uns eigentlich noch frische Basilikumblätter drauf (hatte ich diesmal nicht zur Hand) und tadaa! fertig ist die Dinkelpizza. Ich finde sie schmeckt sogar noch besser, weil noch knuspriger, als die übliche Variante mit Weizenmehl.

Wenn ihr das Rezept ausprobiert lasst mich wissen, wie ihr es findet!! In diesem Sinne: Mahlzeit und c u soon lovies! xx Verena PS: Wen das Thema bzw das Buch interessiert, Anja hat auch eine Rezension über „Weizenwampe“ geschrieben!

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