Station to Station – Budapest, My Love

Alle, die mich kennen, wissen: mein Herz gehört eigentlich Wien. Meine Familie väterlicherseits kommt aus der Donaumetropole (ja, ich trau mich jetzt einfach und nenn Wien eine Metropole), ich habe als Kind immer wieder mal in Wien gelebt und verbinde viele schöne Erinnerungen mit der Stadt, vor allem Erinnerungen an meine Omi, und nicht zuletzt leben einige meiner liebsten und ältesten (in Bezug auf die Dauer der Freundschaft, keine Angst ihr schaut alle noch knackig aus wie junges Gemüse!) Freunde schon seit Jahren in Wien.

Aaaber: letzten August war ich – bereits zum dritten Mal – in Budapest, diesmal mit dem Mister. Die ersten beiden Male hat mich die Stadt nicht so richtig überzeugt, wobei mein erster, nur sehr kurzer Budapest-Aufenthalt schon Ewigkeiten her ist und der Abschluss einer etwas eigenwilligen Sportwoche war, die ich mit meiner ehemaligen Schulklasse in so ziemlich der schlimmsten Unterkunft verbracht habe, mit der ich jemals das Vergnügen hatte. Zählt also nicht wirklich. Egal, es geht ja um meinen jüngsten Besuch, und diesmal war ich hin und weg. Von der ersten Minute an. Herz vergeben, Herz verschenkt.

Es hat sich einiges getan in Budapest: die Stadt ist sehr jung, hat nicht nur Stil sondern auch Style und trotzdem nichts an Charme eingebüßt. Und sie ist ziemlich Hipster. Im positiven Sinne, zum Beispiel das Design vieler Lokale betreffend. Auch modetechnisch hat Budapest viel zu bieten, zum Shoppen sind wir aber leider nicht gekommen weil Thorsten (so heißt nämlich der Mister) und ich nur ein Wochenende Zeit hatten. Unsere To do-Liste für den nächsten Besuch ist dementsprechend lang.

Ich zeig euch hier ein paar Eindrücke und was wir so gemacht haben – hauptsächlich herumstreunen und essen, soviel nehm‘ ich mal vorweg. Die bekannten Sehenswürdigkeiten werdet ihr hier nicht finden, da wir beide die Stadt schon kannten haben wir Burg, Parlament und Co. bei diesem Kurztrip ausgelassen und uns ein bisschen treiben lassen.

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Gewohnt haben wir im Hotel Lanchid 19, direkt an der Donau und unter der Budaer Burg gelegen. Das Zimmer, von dem ich Dodo leider kein Foto gemacht habe, war schön, modern und sauber, das Personal freundlich und hilfsbereit. Man ist auch super schnell auf der Pest-Seite der Stadt (klingt jetzt irgendwie nicht so ansprechend, ich weiß), wo wir uns diesmal hauptsächlich herumgetrieben haben. Einfach die wunderschöne Kettenbrücke überqueren und voilà, das Erforschen der Ostseite einer der schönsten Hauptstädte Europas kann losgehn!!

Wir sind am späteren Nachmittag angekommen und haben uns gleich nach dem Einchecken auf den Weg gemacht. Nachdem wir ein bisschen herumspaziert sind waren wir im Budapest Park, mitten in Pest gelegen, wo ein Riesenrad aufgebaut war, mit dem wir, wie es sich für ordentliche Touristen gehört, gleich eine Runde gedreht haben.

Gegessen haben wir dann im Kolor, ein Lokal dass ich gern nach Graz und Wien beamen oder zaubern oder duplizieren oder wasweißich würde, so gut hat es mir gefallen! Diese Einrichtung!! Auf den Tisch kam übrigens ganz traditionell Gulasch. Nom! Gegen Abend hin wird es hier schnell voll und die Musik wird aufgedreht, also auch ein guter Ort um ein paar Drinks zu nehmen und sich ein bisschen aufs Nachtleben einzustellen.

Budapest-11Nach dem Abendessen sind wir noch ein bisschen durch die nächtliche Stadt geschlendert. Auf dem Foto oben seht ihr die beeindruckende St. Stephans Basilika, die größte Kirche Budapests. Gegenüber der Basilika haben wir einen coolen kleinen Eissalon entdeckt, die Gelateria Lavanda, und bei Eis lass ich mich wirklich nie bitten… Mega lecker, also unbedingt ausprobieren!!

Danach waren wir noch im Raqpart, einer super netten Bar direkt am Donauufer. Ein Gin Tonic in Ehren. Oder zwei.

Würde ich in Budapest leben wäre ich mittlerweile sicher kugelrund, es gibt nämlich an fast jeder Ecke einen Laden mit den köstlichsten Backwaren aus Blätterteig. Und weil wir nicht zu viel Zeit vergeuden wollten, es sich mit leerem Magen aber ganz schlecht Erkunden lässt, haben wir uns am nächsten Morgen einfach frisches Gebäck und Kaffe geholt und – pragmatisch wie wir sind – im Gehen gevöllert.

Was ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen dürft ist die große Markthalle gleich in der Nähe der Freiheitsbrücke. Die kleinere, obere Etage besteht eigentlich aus Souvenirläden, wo es meiner Meinung nach – ganz liebevoll österreichisch ausgedrückt – nix G’scheits gibt, aber die Ebene ist vollgepackt mit Leckereien, ein Marktstand reiht sich an den anderen und die Atmosphäre ist ganz toll. Hier tummeln sich nicht nur Touristen, auch viele Einheimische erledigen ihre täglichen Einkäufe in der beinahe 120 Jahre alten Halle. Budapest-40

Gegessen haben wir zu Mittag im Nobu, was sehr gut war, nur hab ich davon keine Fotos gemacht. War wohl zu beschäftigt mit Schlemmen.

Wenn ihr in Budapest seid müsst ihr unbedingt den kultigen Ruinenkneipen einen Besuch abstatten, von denen sich die meisten im jüdischen Viertel befinden. Wir waren auf ein Bier in der Szimpla Kert, der ersten Ruinenbar Budapests. Am Nachmittag war noch alles sehr gechillt aber ich kann mir vorstellen, dass es Abends hier richtig rundgeht! 
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Die ganze Gegend hat mir wahnsinnig gut gefallen, sehr artsy und genau das richtige Maß an – entschuldigt das Wort werte zart Besaitete – Abgefucktheit. Sowas mag ich! Sehr sogar.Budapest-57

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Dort befindet sich auch der Concept Store Printa, eine Mischung aus Gallerie, Shop und Café. Es gibt auch ein Department in Wien, in dem ich allerdings noch nie war. Wir haben uns gleich in ein paar Prints verliebt, und da wir demnächst unsere Wohnung gegen eine größere tauschen kann endlich das ein oder andere Bild bei uns einziehen! Ich leg euch jedenfalls den Laden schwerstens ans Herz, ganz toll!!Budapest-55

Während wir uns die neue Synagoge nur von außen angesehen haben, waren wir in der alten drin, die liegt nämlich genau gegenüber von Printa auf der anderen Straßenseite. Ich war allerdings ein bisschen enttäuscht, es hat dort eher wie auf einer Baustelle ausgesehen, Eintritt bezahlen mussten wir trotzdem.

Der Thorsten und ich, wir haben da so ein Ding mit Bahnhöfen. Egal wo wir hinkommen, wir müssen uns den Bahnhof anschauen – sofern es einen alten gibt, nicht das neumodische Zeugs.

Und was fehlt jetzt noch? Richtig, die berühmteste Konditorei Budapests, das Gerbeaud am Vörösmarty tér.  Immerhin ist hier schon Kaiserin Sisi eingekehrt. Was Süßes kann man sich schließlich gönnen, haben wir uns gedacht und die Esterházy-Schnitte bestellt. Ich fand die Torte ganz gut, umgehauen hat sie mich aber nicht, vielleicht war meine Erwartung auch zu hoch (Sisi, hallo?). Und die Getränkepreise sind saftig. Das Ambiente spricht natürlich für sich, deshalb haben wir uns trotz Sonnenschein auch reingesetzt. Einmal anschauen und vielleicht ein paar Macarons oder ein Stück Sachertorte naschen zahlt sich auf jeden Fall aus, für einen guten Kaffee kann man aber getrost woanders hingehen.

Am Abend waren wir dann, einfallsreich wie wir sind, nochmal beim Japaner. Ich weiß leider nicht mehr wie der geheißen hat und wir wollten auch eigentlich nicht zweimal an einem Tag japanisch essen, aber das Restaurant hat von außen einfach zu cool ausgeschaut um nicht reinzugehen, total spacig mit leuchtenden Robotern in den Fenstern und einer außergewöhnlichen Bar. Falls mir jemand auf die Sprünge helfen will/kann bitte, lasst mich wissen wo ich gegessen habe! (Update: ich weiß es wieder, es war im „Tokio“!)Hello?

Den Sonntag sind wir ganz gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück im Hotel angegangen und haben dann nach ein bisschen herumbummeln den Heimweg angetreten.Budapest-49

Vielleicht hab ich euch ja jetzt auch ein bisschen Lust auf Budapest gemacht, ich kann’s jedenfalls kaum erwarten der Stadt endlich wieder einen Besuch abzustatten. Davor stehen aber noch ein paar andere Destinationen an, dazu bald mehr.

Was sind eure Lieblingsstädte oder wohin würdet ihr gern verreisen? Tell me tell me!

C u soon lovies,

xx Verena