Merhaba Istanbul Pt. 1

Diejenigen von euch, die mir auf Instagram folgen, wissen dank meiner mit Istanbul-Impressionen zugespamten Pinnwand schon, dass ich in Istanbul war. Yay!! Damit ist für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, ich wollte der Stadt am Bosporus schon eeewig einen Besuch abstatten und irgendwie kam immer etwas dazwischen.

Letzten Sommer hat sich die Mutter meines Freundes zum Geburtstag gewünscht, dass wir alle gemeinsam einen Kurztrip machen, und praktischerweise war ihr Wunschziel identisch mit meinem: Istanbul! Der Mister und ich haben dann beschlossen, gleich ein paar Tage zu zweit dranzuhängen, und außerdem hatte er noch Großes vor: er hat sich nämlich in Istanbul die Augen lasern lassen. Dazu später noch mehr.

Anfang April ging’s also endlich los, eine Woche Istanbul lag vor uns und ich war sowieso mehr als urlaubsreif. Um sich mal so richtig zu entspannen ist ein Städtetrip sicher nicht vergleichbar mit einer Woche Seele baumeln lassen am Strand, ich liebe es aber durch fremde Gassen zu schlendern, tolle Geschäfte und Märkte zu entdecken und natürlich ganz viel zu essen! Außerdem fühle ich mich immer so frei, wenn ich auf Reisen bin. Letztes Jahr waren wir für einen ganzen Monat in Thailand und ich fand es wunderschön, so viel Zeit zur Verfügung zu haben, um dieses fremde Land zu erforschen. Dieses Freiheitsgefühl ist für mich unbezahlbar, wenn ich könnte wäre ich ständig irgendwo unterwegs!

Na dann, legen wir los mit der ersten Hälfte meiner Istanbul-Erlebnisse (der zweite Teil folgt morgen)!_DSF2943

Unser Flug ging erst nachmittags, trotzdem war ich am Anreisetag ungewöhnlich müde. Wir haben im Best Western The President Hotel übernachtet, ich war total zufrieden damit. Vor allem die Terrasse, auf der man auch Abendessen kann, ist super schön, und das Frühstücksbuffet kann sich sehen lassen. Das Hotel liegt sehr zentral in der Altstadt, quasi ums Eck des Großen Basars und nur etwa zehn Gehminuten vom Sultanahmet-Platz entfernt, wo sich Hagia Sophia und Blaue Moschee befinden. Das nächste Mal werden der Mister und ich uns aber ein Hotel in Beyoğlu nehmen, da es uns das „neue“ Istanbul ganz besonders angetan hat. Nachdem es schon Abend war als wir angekommen sind, haben wir im Hotel gegessen und sind früh ins Bett, um am nächsten Tag frisch und vor allem früh losstarten zu können, da unsere Reisebegleiter nur zwei volle Tage in Istanbul zur Verfügung hatten.

_DSF2957Als erstes haben wir uns den Großen Basar genauer angeschaut, wo man Schmuck, Teppiche, Lampen, Lederwaren (leider hauptsächlich gefälschte Designer-Bags), Geschirr und vieles mehr erstehen kann. Unbedingt feilschen falls ihr etwas kaufen wollt! Das Schönste sind aber Atmosphäre und Architektur dieses alten Geschäftsviertels. Der Stadtteil Eminönü gehört zu den ältesten des ehemaligen Byzantion, und der Basar wurde bereits Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet. Er ist wirklich riesig und obwohl er nach Branchen geordnet ist, fand ich ihn ein bisschen verwirrend, weil ich die türkischen Namen der Gässchen nicht lesen konnte. Die verraten nämlich, welche Güter in den jeweiligen Gassen verkauft werden. Geöffnet hat der Große Basar täglich außer sonntags von 9 bis 19 Uhr. Danach werden alle Eingänge abgeschlossen, weshalb wir abends immer einen Umweg zurück zum Hotel nehmen mussten. Auf jeden Fall ist der Große Baser ein Muss wenn man das erste Mal in Istanbul ist!

Danach haben wir uns auf den Weg zum Sultanhmet-Platz gemacht, um die wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten Istanbuls zu sehen: die Sultanahmet-Moschee, auch Blaue Moschee genannt, und Hagia Sophia. Glück hatten wir aber keines, die Sultanahmet-Moschee machte an diesem Freitag erst um 14 Uhr auf, und vor der Hagia Sophia war eine ewig lange Menschenschlange. Da wir keine Lust auf stundenlanges Warten hatten, sind wir stattdessen in einen der roten Busse gestiegen, die am Sultanahmet-Platz starten, und haben uns mit der City Tour einen ersten Überblick über die Stadt verschafft. Ich habe mit meinem Bruder in Kapstadt mal so eine Bustour gemacht und fand es spitze, weil man in kurzer Zeit recht viel über die Stadt erfahren kann, außerdem hat man eine tolle Aussicht. Gottseidank war auch die restliche Truppe motiviert, und so haben wir uns durch die Stadt und über die riesige Bosporus-Brücke hinüber auf die asiatische Seite der Stadt führen lassen. Der Ausblick von der Brücke aufs Meer und die beiden Seiten von Istanbul ist atemberaubend schön, allein deshalb zahlt sich die Bustour schon aus!

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Es war super windig und richtig kalt am Dach des Busses, aber der Himmel war strahlend blau!

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Ausgestiegen sind wir am Taksim-Platz im Stadtteil Beyoğlu:_DSF3046

Nachdem wir uns bei Kitchenette ein bisschen aufgewärmt und unsere Bäuche gefüllt haben, ging’s weiter auf die Istiklal Caddesi, Istanbul’s bekannte Shopping-Meile. Einst luxuriös und elegant, wurde die „Grande Rue de Pera“, wie die Istiklal nach ihrer Lage im damaligen Stadtteil genannt wurde, am 6. September 1955 beim Pogrom von Istanbul verwüstet, woraufhin Pera verarmte. Erst Anfang der Neunziger, als die Istiklal zur Fußgängerzone ernannt und eine alte Tramlinie wiederbelebt wurde, begann das Viertel sich wieder aufzurappeln. Heute ist die Gegend multikulturell und hip.

Es gibt dort sämtliche High-Street Läden, von Topshop über Zara bis zu H&M (den riesigsten den ich jemals betreten habe, ich kaufe dort eigentlich nicht mehr ein, aber nachdem ich Schussel kein einziges Paar Socken mithatte, wollte ich mir schnell ein paar günstige holen…und bin 20 Minuten später wieder rausgekommen!), eine riesige Dichte an Schuhgeschäften, vor allem Sneaker-Läden, süße Cafés und Restaurants mit Dachterrassen, außerdem Sephora und MAC. Exklusive Designer-Labels findet man hier aber nicht._DSF3066

In kleinen Seitengassen wird sogar Fisch angeboten, und an vielen Ecken -wie auch im restlichen Istanbul – gibt es kleine Imbisswagen mit Kastanien, gebratenem Mais oder Simit (Sesamkringel).

Vom Galataturm aus hat man einen tollen Blick über die Stadt, außerdem befinden sich ein Restaurant und ein Souvenirshop im Turm. Wir sind allerdings nicht raufgegangen – zu viele wartende Touristen.

Im DOGO in der Şahkulu Mahallesi Galip Dede Caddesi findet man witzig bedruckte vegane Schuhe und Taschen, außerdem T-Shirts und Kissen – alles handgemacht in der Türkei. In derselben Gasse befindet sich das robin’s, ein modernes Restaurant mit leckerer Küche und toller Terrasse. Im Café Latife Türk Kahvecisi kann man sich einen ziemlich starken Coffee-to-go holen. Das Café gehört zum Hostel World House Istanbul, wo man wahnsinnig günstig übernachten kann._DSF3114

Galata ist definitiv Künstlerviertel, auf den Straßen wird musiziert, überall sind Graffitis.

Eine ganz große Empfehlung von mir: lasst euch den kleinen Fischmarkt an der Galatabrücke nicht entgehen! Hier gibt es massenhaft frischen Fisch und Meerestiere, und im Anschluß an den Markt einige kleine Lokale, wo man am Meeresufer auf kleinen Plastikstühlen sitzend gegrillten Fisch genießen kann, während man das Panorama des „alten Istanbul“ bewundert. Aber Achtung, am Markt sind massenhaft Möwen unterwegs, und naja…mir ist passiert was man so befürchtet, wenn ein Vogelschwarm über einem kreist. Gottseidank hat die Möwe nur meinen Schal erwischt, der hat dann aber den restlichen Urlaub in einem separaten Plastiksack verbracht und darauf gewartet, zuhause gewaschen zu werden (im Hotel hatten sie leider nur chemische Reinigung das war mir bei Wolle zu heikel). Aber hey, soll ja Glück bringen, oder? Meine Laune war jedenfalls kurzfristig schwerstens getrübt 😉_DSF3128

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Auf der Galatabrücke herrscht abends reges Treiben, Männer stehen am Brückengeländer und fischen, Straßenhändler verkaufen allerlei Krimskrams und Einheimische sowie Touristen schlendern über die Brücke und genießen die Aussicht._DSF3152

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Wieder in Eminönü angekommen, haben wir die Yeni Cami oder Neue Moschee besucht, die am Eminönü-Platz liegt. Auf dem Platz ist abends die Hölle los! Im Gegensatz dazu war die Atmosphäre im Inneren der Moschee ganz ruhig. Es fand gerade das Abendgebet statt und die Stimmung war sehr mystisch und magisch. Wir haben natürlich drin dann keine Fotos gemacht, ich finde die Moschee aber wirklich schön und würde euch empfehlen, auch reinzuschauen!_DSF3169

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Morgen geht’s dann weiter mit dem zweiten Teil! Also c u tomorrow Lovies,

xx Verena

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